41. Vom Bildungs-Zivilisations-Kultur-Lernen (Bil- dungslernprinzip eines alten Zeitalters) zum Kultu- rations-Entwicklungs-Kultur-Lernen (gotisches
Lernprinzip)eines neuen Zeitalters).
Essay
"Entwicklungs-Lebens-Widerspruchs-Lernen"
I.) Das Gesetz des Lebens ist ihr Widerspruch. Die Tugend wird nur in der Verführungsschwachheit vollbracht, weil diese zur Entfaltung das Gegenteil bedarf. Das Gute ist erst das Gute und eine Tugend, wenn es vom negativen Pol ge-
reinigt wurde. Wo keine Untugend, da ist auch keine Tugend möglich. Die Untugend ist nur eine verkleidete Tugend. Nur weil ich der Versuchung widerstanden habe, bin ich dadurch stärker und tugendhafter daraus hervor gegangen und das Böse wird zum Guten.
In den Goethes Faust Versen 1.335 bis 1.336 lässt Goethe den Teufel auf die Frage, wer er denn sei, sagen: " Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Gott und Welt sind Gegensätze, die sich in der Polarität gegenseitig bedingen.
In der Auseinandersetzungs-Transzendierung wird der Wi- derspruch erst aufgelöst. Nur tugendhaft leben führt auch zu psychomatischen Störungen. Keine Tugend ist ein Selbst- läufer, sondern jede menschliche Charaktereigenschaft muss Tugend üben. Sie muss in jeder Handlung neu produziert werden. Das Sprichwort " Wer für die Sünde zu alt ist, preist die Tugend ", das war gestern*.
* Werte entstehen nur dort, wo diese in den Auseinandersetzungs-Bemühungen des Einzelnen um" das göttliche Gegenüber " zu mehr Individualität errungen werden.
II.) Der (Krisen)weg aller Entwicklung ist das schillerische
Diktum von der Natur durch die Unnatur zur Natur zurück.
Die Entwicklungsunruhe ist der natürliche Zustand eines jeden Körpers und die Ruhe (Frieden) bleibt aller Entwick- lungsunruhe Suchziel. Die dialektische Gegenüberstellung
als entgegen gesetzter Standpunkt eröffnet dem Denken
erst neue Wege und diese Spannungspolarität zeigt die Entwicklungsperspektiven auf. Erst die lebenswider-
sprüchlichen Lebensgegensätze führen zu einer höheren Lebenseinheit und die polar gegensetzliche Prinzipien sind aufeinander bezogen. Wenn eine Kraft (z.B. Bildungsbe-
wusstseinswert) zu stark wird, sich eine (Widerstands)-
gegenkraft (z.B. Entwicklungsbewusstseinswert) automa-
tisch bildet. Das wachsen am Widerstand ist biologisches Prinzip.Jede Kraft erzeugt immer eine gleich grosse Gegen-
kraft, welche auf den Gegenpol Druck ausübt. Der Lebens-
widerspruch als Lebenswiderstand ist automatisch gegeben, wenn mein Wille nicht mit dem (Gliederungspunkt) Entwick- lungs-Lebens-Willen übereinstimmt oder dem Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissen widerspricht.Dieser Entwick- lungswiderspruch trifft für den negativen aber auch für die positiven Lebenspol zu.Wenn die Zeit dafür abgelaufen ist wird was einst ein Segen war zur Schwächung und zum Un-
segen.
III.) Das Positive wie das Negative, das Lebensaufbauende wie das Selbstzerstörerische sind die zwei Seiten des Ganzen.
Nur eine einzelne Kraftseite gibt es nicht. Es ist das getrenn-
te (Welt)sein als Anschauungsform. Dieses Polaritätsgesetz
trifft für alle materialistischen Erscheinungsformen zu bis ihr innenliegender Sinn als Mittel zum Entwicklungs-Individua-
lisierungszweck erreicht ist. Jede Seite existiert kausal und final nur durch ihr Spiegelbild. Gäbe es die Polarität nicht, gäbe es auch keine Entwicklung, weil nur durch Kritik als Polarität der Entwicklungs-Auseinandersetzungs-Spannungs-
zustand entsteht. Nach der Phase der Ruhe erfolgt eine Phase der Auflösung. An den alten Begriffen nagt ihr Gegen-
satz. Negative Tendenzen schlagen bei Reife in ihr Gegenteil um.Es ist immer im Leben so, dass die Konzentration auf einen statischen Pol als die überbewertete Seite den unter-
drückten Erziehungsgegenpol als Korrektiv den neuen dynamischen Begriff entfaltet und zu einem neuen Ent-
wicklungszustand führt. Gegenkräfte bilden sich immer, wenn etwas nicht in Ordnung ist," weil die Zeit dafür abge-
laufen“ ist. Es ist der Ausgleich von Gegensätzen als Gleich-
gewichtspunkt. Was den Rhythmus des Lebens reaktionär hemmen will, treibt ihn in Wahrheit nach kurzem Rück-
schlag nur noch energischer voran.
IV.) Im Worte Dialektik steckt etwas vom Ursprung des Zeu-
gens und Empfangens, das aus dem Leben entspringt. Das Schöpfungsgesetz ist der Zusammenprall der Gegensätze,
welche zur Einheit (Gott) drängt. Aus beiden Gegensätzen realisiert sich ein drittes eigenständiges Neues. Polaritäten stehen immer unter dem Gesetz der wechselseitigen Beein- flussung und der Angleichung, die auf Synthese und einen Ausgleich zutreiben und die Kompensation zwangsläufig
erfolgt als sich vollendende Wahrheit. Alles menschliche ist relativ, weil alles auf Gegensätzlichkeit beruht. Durch den Lebenswiderspruch erfolgt ein Spannungszustand als dyna- mischer Bewegungseffekt als Lebensdruck für den Lebens-
übergang. Der Widerspruch als Irrtum wirkt entwicklungs-
schöpferisch und führt zur Lebensübereinstimmung. Zwi-
schen Chaos und Ordnung gedeiht die Evolution am besten. Geist, Natur und Leben bilden sich stets im Übergang. Es ist der Lebensrhythmus, welcher jeglichem organischen Leben erst die Vollendung gibt. Es ist durch die Unruhe des hek- tischen Lebensalltages in sich ruhend werden und die Weis-
heit nicht das Ruhesame, sondern das Mühsame, den Geist nicht auf der hellen, widerstandsfreien, entwicklungslosen Lebensseite, sondern auf der dunklen Lebensentwicklungs-Auseinandersetzungs-Seite zu suchen *.
* 1.) Die Welt ist von Gegensätzen durchwirkt, ohne die es kein Leben, keine Bewegung und kein Werden gäbe. Das Seiende braucht seinen Widerspruch. Die Gegensätze bedingen sich gegenseitig und müssen ständig miteinander ringen ohne Stillstand. Das Werden des Seins in der Welt geschieht in den wechselseitigen bedingten und miteinander ringenden polaren Gegensätzen des entweder oder bis zur gegensei-
tigen Aufhebung der Spaltung in der Einheit um dann einen neuen Gegensatz aufzuzeigen, um das Leben im ständigen Werden zu halten.Hier braucht jeder Gegensatz sein Gegenteil zu sein und hat einen Sinn für das Ganze, für unablässiges Werden, Mutation, Selek-
tion und Evolution als zielstrebige Dialektik zu immer neuer Schöp-
fung und Steigerung zu höheren Formen des Lebens. Beide sind notwendig für den Menschen, auf dass er nicht in satter Ruhe ein-
schlafe und notwendig für Reifung und Verwesentlichung.
* Das eindeutige Seinsverständnis: Sein ist das Merkmal, was allen Seienden (Gegebenen) nach Abzug der jeweils individuellen Eigen-
schaften immer noch gemeinsam ist (Entität).
2.) Jeder kennt die Redensart "alle guten Ding sind drei".In der Nume-
rologie umfasst die Zahl drei die Zahlen eins und zwei in der polaren Widerspruchsspannung zu einem neuen Ganzen zusammen. Die drei ist der Wille zum Ganzen als Synthese.Das Gesetz des Lebens ist ihr Wider- spruch. Das wachsen am Widerstand ist biologisches Prinzip und erst durch die Überwindung es zur Lebenseinheit (Zahl 3) geführt wird.Es gibt heute kein Gebiet des menschlichen Denkens, das nicht von dieser drei beherrscht wird weder in der Natur-und noch in der Geisteswissenschaft.
V.) Während in der Raum-Zeit-Realität die polaren Gegen-
sätze (groß und klein, gesund und krank, leicht und schwer, reich und arm usw.) nach dem Gesetz der Polarität immer „getrennt“ auftreten müssen (in der Polarität kann ich zum Beispiel niemals gesund und krank zugleich sein), erkennen
wir die scheinbaren Gegensätze im vereinigten Feld als in Wahrheit eins. Diese tiefere Einheits-und Ganzheitssicht- weise ist es, die uns in der Realität " fehlt ", wenn wir beispielsweise krank sind oder wenn uns in einer Krise befinden und die Spaltung erst in der Auseinandersetzungs- überwindung aufgehoben wird*.
* 1.) Erkenntnistheoretisch sind die zeitlose Ganzheits-, Einheits-, Zukunfts- und Individualisierungs-Bestimmungs-Sichtweise der Inter- verbundenheit und der Diesseits-Jenseitsspaltung kein Gegenstand des Erkennens, sondern erst einmal nur des Glaubens.
2.) Die Qi-Dynamik in der Spannung von " Yin und Yang findet sich
z.B. in der traditionellen, chinesischen Medizin wieder *.
* Yin und Yang (chinesisch sind zwei Begriffe der chinesischen Philososophie, insbesondere des Daoismus. Sie stehen für polar einander entgegen gesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien.
3.) Dialektik ist ein ideologischer, marxistischer, belasteter Ausdruck
für eine nüchterne, materielle Dialektik. Der Philosoph Karl Marx hatte die hegelsche Dialektik von den Mystifikationen befreit. Er sagte, die Dialektik sei nichts Geistiges wie beim Philosophen Hegel, sondern es sei das Bewegungsprinzip des Materiellen, wobei der Geist dessen Widerspiegelung sei.
4.) Nach dem Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel muss die
Unendlichkeit dialektisch erfasst werden, als das sich im Endlichen
durch das endliche Realisierende, dessen aufgezwungene Grenzen gedacht und dann verneint werden. Die Negation der Negation führt
zu seiner Affirmation. Das Endliche ist nicht transzendent, sondern im Endlichen immanent. Allein die konkrete Totalität ist das Wahre. Das Endliche enthält das Unendliche in sich und das Unendliche verwirk-
licht sich nur im Endlichen.
VI.) Es gibt kein anderes Denken, als solches in Gegensätzen. Diese bilden die Maßbegriffe mit deren wir die gegebene Wirklichkeit bestimmen. Mit jedem richtigen Lernen ist das Unrichtige gegeben und mit jeder Unwahrheit auch die Wahrheit.Erst die lebenswidersprüchlichen Lebensgegen- sätze führen zu einer höheren Lebenseinheit und die polar entgegen gesetzten Prinzipien sind aufeinander bezogen.
Jede Seite existiert kausal und final nur durch ihr Spiegelbild. Gäbe es die Polarität nicht, gäbe es auch keine Entwicklung, weil nur durch Kritik als Polarität der Entwicklungsspan-
nungszustand entsteht.
VII.) Der alte z.B." Gesinnungs-Materialismus-Wertbegriff " zerbricht, weil er auf einen höheren (Entwicklungs)wert hin-
aus will innerhalb der Gesetzmässigkeit zur Erhaltung von Energie und Materie. Er trägt den Zerfallskeim in sich und zerfällt immer mehr, weil der Höhepunkt ihrer Entwicklung überschritten ist. Ab einem bestimmten Weltzustand regt sich die Polaridee, die einen Gegenzustand herauf führt, der die
erste Idee wandelt. Ist aber der natürliche Materialismus- höhepunkt erreicht, kann die Materie als entwicklungsge- schichtlicher Materialismuswandel eine De-und Entmate- rialisierung als Vorgeschichte des individualgeschichtlichen Geistes und als kulturelle Dimension des Materialismus verstanden werden, welcher für die Entwicklungs-Indivi- dualisierung da ist, um sich durch Transzendierungs-Über-
windung von ihr zu befreien und damit das alte, egoistische, kapitalistische Materialismus-Ding-Haben-Verständnis als Mittel zum Erkenntniszweck und zu höherer Bestimmung aufwertet. Die Sinnenreize nehmen entsprechend den höheren Entwicklungs-Reife- Stufen ab (Es wird nicht mehr als Verzicht und Opfer empfunden, weil auf der anderen Seite etwas Grösseres als Kompensation gegeben wird (" Was ich nicht mehr brauche liegt evolutionär auf einer höheren Stufe und ist mehr wert, als das, was ich brauche und mir kaufen kann“).Der geringste innere Wert ist immer grösser als der Preis.
VIII.) Im Lebenswiderspruch liegt die Quelle und Triebkraft
aller Entwicklung und dieser ist komplementär lebenszuge-
hörig und passen zusammen wie der Schlüssel zum Schlüssel-
loch wie nachstehende vielfältige Beispielauswahl bis zum Ende der Rezeption aufzeigen:
- Der Honig befindet sich nicht weit vom Stachel.
- Nur Träumer verändern die Welt.
- Müßiggang ist aller Entwicklungsstreben Anfang.
- Der Zynismus fordert den Humor heraus.
- Das Geheimnis des Giftes, dass es Heilkraft in sich schliesst, wenn es künstlich destilliert und die Heilkräfte zusammen gepresst werden.
- Der Preis für das Gute ist das Übel als die Überzeugung, dass z.B. nur durch Kriege der Frieden zu haben ist. Erst in Kriegszeiten kann eine dauerhafte Frieden entstehen. Je mehr Widerstand, desto mehr Wahrheit. Auch der persönliche Frieden kann nur das Ergebnis einer Lebens- zerrissenheit und vielen Ausseinandersetzungen sein. Siehe Textfortsetzung den Gliederungspunkt "Frieden" in Christentum-frueher-und-heute
" Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert
1. (Brief 9)" (Weltausscheidung als Weltauseinandersetzung und Transzendierung durch Weltüberwindung).
- Christoph Kolumbus musste nach Westen segeln, um den Weg nach Osten zu finden. Er musste von Indien träumen, um Amerika zu finden.
- Es ist das Yin-Yang Zeichen auch Taijitu genannt, als bekann- tes Symbol, das zwei entgegengesetzte, aber miteinander verbundene Kräfte darstellt: Yin (schwarz) und Yang (weiß). Es symbolisiert die Dualität und gegen- seitige Ergänzung aller Dinge im Universum und wird oft mit Harmonie und Gleichgewicht assoziiert.
- Das Paradox ist, dass Christoph Kolumbus Amerika entdeckt, aber nicht als Erdteil erkannt hat, während Amerigo Vespucci (Kaufmann) es zwar nicht entdeckt, aber Amerika als einen neuen Kontinent erkannt hat
- Jede übertriebene Körperanstrengung bindet den Geist, die übertriebene Anstrengung des Geistes den Körper. Jede Anstrengung in der einen Richtung wirkt sich kontrapro- duktiv in der anderen Richtung aus.
- Was gestern während der französischen Revolution als republikanische Pflicht und Tugend galt z.B. 1600 Menschen nieder zu kartäschen und die Kirchen zu plündern galt dann später notwendigerweise als Verbre- chen. Die Ankläger von gestern wurden zu den Ange- klagten von morgen.
- Ohne schlechte Menschen gäbe es keine guten Anwälte.
- An der Wurzel der Sicherheit nagt immer schon der Gegensatz.
- Wo die Gefahr ist, da erwächst das Rettende
- Eine Weiterentwicklung am Arbeitsplatz tritt meistens erst ein, wenn man den Arbeitsplatz verliert.
- Es gäbe kein gefälschtes Gold, wenn es nicht auch echtes Gold gäbe.
- Die schwierigen Leute sind wie ein Licht, das in der Dunkelheit unsere Fehler erhellt.Solange unsere Schwächen und Fehler verborgen bleiben, können wir uns nicht weiter entwickeln.
- Je größer die Belastung, desto größer die Entspannung. Das Ergebnis ist ein ständiges Gleichgewicht der Kräfte.
- " Per ardua ad Astra " (durch Schwierigkeiten zu den Sternen).
- Jedes Stück errungene Freiheit im Leben bedeutet immer erst Not, Auseinandersetzung und Opfer, bis diese zur Tugend wird.
- Unglück und das Glück liegen eng zusammen. Es hatte sich jemand einmal das Bein gebrochen, was als Unglück betrachtet, aber später für den Kriegsdienst deshalb als untauglich eingestuft, was wieder als Glück empfunden wurde.
- Der Bauer sagt: " Es ist gut, dass es regnet. So können die Pflanzen wachsen ". Der Veranstalter sagt: Es ist schlecht, dass es regnet. Regen verdirbt die Grillparty.
- Das Zeitalter des leichtlebigen Rokoko wurde jäh durch die französische Revolution beendet.
- Viele,die arm sind haben einen verbissenen Drang zum Reichtum hin.
- Das gotische Lernprinzip deckt sich mit den berühmten Worten Goethes, dass er die Anlagen zu allen Schändlich- keiten und Verbrechen in sich empfand. Denn seine ganze gewaltige Entwicklung bedeutet nichts als eine ungeheure Anstrengung diese gefährlich wuchernden Keime in sich auszurotten. Der Olympier will zur Harmonie, sein höchste Sehnsucht ist die Zerstörung des Gegensatzes.
- Es ist die Entwicklungs(übergangseintritts)zeit gekom- men die, wie damals Johann Wolfgang Goethe, im deutschen Lande den Funken der " Gotikbesessenheit " entzündete. Später hat Goethe die herrlichen Jugend- ideale vor dem Straßburger Münster verleugnet,auf alles gotische ärgerlich gescholten und barbarisch genannt (im Dityrambus).
- Eine eroberte, erlittene Gesundheit ist tausendmal leben- diger als das stumpfe Wohlbehagen eines Gesunden.
- Einer ungeheuren Leidensfähigkeit (Verzweiflung) steht eine ungeheure Leidenskraft entgegen (Gesundung).
- Aber gerade der Widersinn gegen die Wirklichkeit ist ja immer das sichtlichste Symptom des Wunderbaren.
- Der derzeitige Abstieg und Zusammenbruch ist Voraus-setzung für den Aufstieg und Aufbruch, weil Zukunft ist Zerstörung und Aufbau zugleich ist.
- " Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt " *.
* Hermann Hesse, Schriftsteller.
- Was uns nützt und weiterbringt liegt meistens entgegen- gesetzt unserem Planungswollen und Egowünschen.
- Die Leistung liegt im Mißerfolg, dass Erfolg sich eins- tellen kann.
*Das Gesetz des Lebens ist die Irrtumswahrheit, deshalb irren wir uns empor.
- Erst nach einer Krise steht mir die Welt offen und diese gehört dann mir. Erst wenn man im Leben nicht mehr weiter weiss, findet man zu sich selbst.
- Wo alles heil ist, ist nichts heil.
- Alles, selbst die Lüge ist eine (Verhüllungs)wahrheit.
- Wenn man nichts darstellt fällt es schwer zu schweigen, aber wenn man etwas darstellt ist einem nichts lieber als zu schweigen.
- Das Lernen am Niedrigsten entfaltet erst das Höchste. Das Vollkommene offenbart sich im Unvollkommenen
- Es ist die Weisheit nicht das Ruhesame, sondern das Mühsame, den Geist der Wahrheit nicht auf der hellen, widerstandsfreien Bildungsseite, sondern auf der dunklen Lebens-Entwicklungs-Widerstandsseite zu suchen.
- Auch entpuppen sich oft ehemalige, verkannte " Schul- taugenichtse und sonst zu nichts nutze " im späteren Leben als Segen für die Menschheit. Wer zu nichts nutze ist, ist zu allem nutze.
* 1.) Das digitale Zeitalter hat bspw.eine praktische, virtuelle ökono-
mische, Bildungs- Berufs-, Kommunikations- und Kulturdimension und eine noch viel tiefere, transzendierende Lebens-Entwicklungs-Dimension z.B. vergleichbar mit der Erfindung der Buchdruckerkunst konnten erst Martin Luthers reformatorische Ideen eine Verbreitung finden und zu einer Bewegung werden. Die weltweite Vernetzung erlaubt es, was als eine höhere technische Entwicklungsstufe der Ideenverbreitung weltweit eingestuft wird, dass z.B. ein heute noch Unbekannter,aus einfachen Verhältnissen wie " ein Phönix aus der Asche empor steigt ",im gesellschaftlichen Mittelpunkt steht und Verantwortung für andere übernommen hat, den bisher niemand auf der Rechnung hatte. Keiner ahnte, aus welchem Holz der ehemalige, geistige verkannte Schulversager und Schulabbrecher, Bildungsver -kannter und Berufsabbrecher geschnitzt war und nun alle mit sich zieht, weil ein "digitaler und analoger Idealist "Genie der Selbstevo- lution", nicht Anerkannter, Unbekannter und nur sich selbst Bekannter, eine Entwicklungsnatur, von den Eltern nur als Träumer titulierter und " stilles, verborgenes Vorbild " bspw. " im Leseraum Internet " schweigend in einem Block, in sozialen Medien oder auf
der eigenen Webseite das Wort ergriffen hat in Anlehnung an den
Philosophen Friedrich Nietzsche dass,wenn Schweiger reden, die Welt den Atem anhält. Die ehemaligen Lehrer, Vorgesetzte und Kollegen, weil alle über wachsen, werden zu "demütigen Schülern " und es wird eine Ehre sein ihn zu kennen und ein Vorbild darstellt für alle. Erst die Verkanntheit und fehlende Anerkennung bilden die grösste Motiva-
tion, nach innen und seinen eigenen Weg zu gehen.
2.) Es hat sich noch immer nicht überall herum gesprochen,dass bisher nur " Tag-Träumer " die Welt verändert haben und verändern, die im vorherrschenden Reich nicht wahrgenommen werden und ihr eigenes Reich für alle erschaffen. Alle, die eine Schulklasse wieder- holen müssen, werden eines Tages alle anderen überholen. Das er sie alle erkennt,ohne selbst erkannt zu werden. Wer seinen Mittelpunkt gefunden hat, der auch zum Mittelpunkt für die anderen wird. Was einer geworden ist und noch wird, ist er immer nur aus sich selbst geworden und es waren nicht andere Menschen und keine Bildungs- erlebnisse, welche ihn geformt haben, weil jeder Entwicklungs-Indi- vidualisierungs-Lebensweg immer autobiografisch, autodidaktisch und bildungsdialek-tisch angelegt ist. Aussenseiter-Meinungen kön-
nen zum " Massengeschmack und zur Mehrheitsmeinung " werden. Nur die geistige Tiefe der Qualifikation als Exzellenz stellt eine revo- lutionäre Internetmacht dar. Es ist das Verschränkungsprinzip als Interverbundenheit des kollektiven Gedächtnisses der Quanten- physik, welches es bewirkt, um es mit dem französischen Schriftstel- ler Victor Hugo zu sagen, " dass nichts mächtiger ist, als eine Idee, deren Zeit gekommen ist ".Es ist bspw. der gleiche, dynamische Quantensprung einer kulturellen Medienrevolution des modernen Buchdrucks durch die beweglichen Metall-Lettern der Druckerpresse von Johannes Gutenberg zu Beginn der Neuzeit wie zum World-Wide-Web des Internets, wo Ideen noch schnellere und umfangreichere Verbreitung finden. Es ist das getrennte (Welt)sein als Anschauungs- form. Das Geniale kann sich nur am Törichten und das Ewige nur am Vergänglichen entfalten.Siehe Textfortsetzung in Vom neuen Internet-KI-Zeitalter zum neuen Entwicklungs-Individualisie- rungszeitalter
- Man trifft am besten, wie es in einem Jägerspruch heisst, wenn man daneben zielt *.
* Ins Schwarze getroffen, obwohl ins Blaue spekuliert.
- Nur Kritik führt zu Verbesserungen.Was zuvor ein Hindernis war, fördert dich jetzt.
- Nur in der Anfechtung wächst die Vollkommenheit.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen heisst es " Beherrsche dich ". Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen heisst es " Lass dich gehen " .
- Bildungs-Kultur-Lernen will den Menschen führen. Entwick-lungs-Kultur-Lernen will den Menschen verführen.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen gilt wohlerzogen sein ist heutzutage in der Gesellschaft von grossem Vorteil, weil dieses gute Bildungs- und berufliche Möglichkeiten erschliesst (linearer, undialektischer Lebensweg). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen gilt wohlerzogen sein ist heutzutage von grossem Nachteil, weil es einen von so vielem ausschliesst (unlinearer-dialektischer Lebensweg)*.
* In Anlehnung an Oscar Wilde, irischer Schriftsteller.
- Erst in der Unsicherheit werde ich mir sicher.
- Freiheit bedeutet immer Not und diese transzendiert zur Tugend wird. Es ist der von der Angst befreite Teil der Ungeborgenheit, Unsicherheit und Selbstzerrissenheit, der dem Menschen ein gewisses Maß an Freiheit zugeführt hat.
- Misserfolge sind ein Segen, weil diese vom falschen Weg abhalten.
- Es ist der Vitalitätskampf des unsinnlichen Geistes gegen den sinnlichen Körper, der einerseits sich spirituell verwirklichen möchte und auf der anderen Seite der Körper, welcher die Vitalität durch Genuss und Rausch ausleben möchte.
- Es führt automatisch zum Widerspruch, wenn der Egowille mit dem Gewissenswillen als Lebenswille nicht überein- stimmt. Das Zauberwort für die Lösung aller Probleme ist bei Meister Eckhart nicht mein, sondern sein Wille (Gottes- wille) geschehe.
- Erst durch die Widersprüche werden fragile Unwerte zu tragenden Werten.
- Was eigentlich zur menschlichen Mitte der Ruhe führen soll (z.B. Kulturtourismus), bringt nur noch mehr Unruhe.
- Die Kälte existiert (nicht) nur wegen fehlender Wärme.
- Die Dunkelheit existiert ebenso wenig und ist in Wirk- lichkeit nur ein Lichtmangel. Das Licht lässt sich unter- suchen, die Dunkelheit nicht. Dunkelheit ist ein Begriff, den der Mensch erfunden hat, um zu beschreiben, dass etwas lichtlos ist.
- Jede Religion ist der Gegensatz zum praktischen Leben, um diese im alltäglichen Leben mit Hilfe des gotischen Lernprinzips in der Individualisierungs-Transzendierung aufzulösen.
- Die Entwicklungsdisharmonie ist oft Voraussetzung und Vorbereitung als der dialektische Lebenswiderspruch für eine Lebenskonformität.
- Die Natürlichkeit kann sich nur am Unnatürlichen, das Geniale nur am Törichten und das Ewige nur am Ver- gänglichen entfalten.
- Gerade jene Länder, die am stärksten von der Intoleranz durchdrungen waren, sind überraschenderweise die ersten Freistätten der Toleranz geworden.
- Der Mensch muss erst zweifeln lernen und verzweifeln an der ererbten Kultur, ehe er befähigt ist, die neue zu begrei- fen.
- Es ist erst einmal den Weg nach oben zu gehen, um den Weg nach unten zu finden.
- Das Leben muss erst scheitern, wenn es gelingen soll.
- Jede Religion ist der Gegensatz zum praktischen Leben, um diesen Dualismus mit Hilfe des gotischen Lernprin- zips in der Individua- lisierungs-Transzendierung auf- zulösen.
- Lebenskrisen führen erst zur Weiterentwicklung, " weil ein satter Gaul nicht gerne über Hürden springt " .
- Ein nicht angepasstes Leben ist Voraussetzung für ein aussergewöhnliches Leben.Siehe Textfortsetzung in Gesellschafts-und Entwicklungsmensch
- Gerade jene Länder, die am stärksten von der Intole- ranz durchdrungen waren, sind überraschenderweise die ersten Freistätten der Toleranz geworden.
- Die Antwort eines Uhrenliebhabers. Je komplizierter, desto besser als Ehrfurcht vor dem Unverstandenen. Wenn ich es verstehe, kaufe ich sie nicht.
- Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, werden zu Entwicklungsbausteinen.
- Eine Individualisierungsentwicklung ist nur gegen die nor- mierte und festgezurrte Lebenswelt möglich.
- Grösse gibt es nur gegen die Welt als Standpunkt ausserhalb der vorherrschenden Arbeits- und Gesell- schaftsordnung des Alltäglichen, Zeitgeistigen, Anpas- senden, Regelhaften und Meinungsmachenden und nicht mit der Welt.
- Was mich scheinbar hinderte, fördert mich jetzt.
- Einen guten Seemann erkennt man erst beim schlechten Wetter.
- Nur durch Aufgabe des Egos in der Transzendierung wird Selbstbewusstsein geschaffen.
- Im Unsinn steckt immer noch ein tieferer Sinn, den es zu erfassen gilt.
- Der Wohlstandselektronikmüll z.B. wird als Ressource betrachtet.
- Ein männliches Wesen wird erst durch seine Frau Mann und ein weibliches Wesen wird erst durch seinen Mann eine Frau.
- Gott ist am meisten Licht, wo er am wenigsten Licht ist. Er braucht den Teufel als Irrtumswahrheit, um den Weg zu sich zu zeigen. Der Teufel hat keine Macht, nur in der Versuchung.
- Nur wer ein Teufel war, kann ein Engel werden, wenn nicht Saulus dann auch nicht Paulus.
- Napoleon der Erste war ein Kriegsherr und Diktator, der keinen Widerspruch duldete und auf der anderen Seite war er ein Idealist, der in den besetzten Gebieten den Menschen die Menschenrechtsideale der französischen Revolution brachte.Nur für die Völker hat Napoleon ge- siegt.Für jede Nation hat er eine politische Existenz,eine Regierung durch weise Gesetze (Code civil) gegeben,um ein Vaterland zu bilden.
- Ich wäre bereit sogar mit dem Teufel zu reden, wenn es um die Wahrheit, die Religion und die Menschenrechte geht sagte einst Johannes Paul II und ehemaliger Papst der römisch-katholischen Kirche" einmal.
- In den Himmel kommt man nur durch die Hölle oder durch die Hölle gelangt man ins Paradies.
- Die Filmschauspielerin spielt in gleicher Vollendung die Madonna als auch eine Kurtisane.
- Väter steinigen die Propheten (Establishment) und die Enkel (Aufbruchgeneration) bekränzen ihre Gräber.
- Die schönsten Träume der Freiheit werden im Kerker geträumt (Friedrich Schiller,Dichter).
- Wenn der Teufel ein gefallener Engel ist, dann ist ein Engel auch ein gefallender Teufel.
- " Der Weg der Maßlosigkeit führt zum Palast der Weis- heit " * ( Der nicht entwicklungsgemässe Gebrauch bringt den Materialsmuszerfall)
* William Blake, englischer Dichter, Naturmystiker, Maler und der Erfinder der Reliefradierung.
- " Fürchte nicht das Chaos, denn in ihm wird das Neue geboren " *.
* Carl Gustav Jung, meist kurz C. G. Jung, war ein Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie.
- " Das Rouge et Noir " des Roulettes, dieses in seinem primitiven Dualismus so grausame gefährliche Spiel " *.
* Stefan Zweig, österreichischer Schriftsteller.
- " Der eigene Hund macht keinen Lärm (er bellt nur)".
* Kurt Tucholsky, Journalist.
- " Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein kleiner Schritt ".
* Napoleon Bonaparte.
- " Man sollte nie aus sich herausgehen, bevor man nicht in sich gegangen ist "*.
* Günter Baruschke, deutscher Aphoristiker.
- Es ist schon schizophren, wenn einer zu Hause bei seiner Frau sagt: " Ich will zum Nordpol und ist er am Nordpol will er nur noch zu seiner Frau "*.
* Ausspruch eines Polarforschers.
- Nach der Kreuzigung erfolgte die Auferstehung und die Königskrone war einmal eine Dornenkrone*.
* Es ist die hehre Pflicht eines Königs für andere zu leiden.Er gehört sich nicht selbst,sondern muss nur (da)sein.
- Ich muss durch die Hölle gehen, um in den Himmel zu kommen. Wenn du durch die Hölle gehst, dann gehe weiter*.
* Winston Churchill, ehemaliger britischer Premierminister.
- Die besten Geschäfte werden mit Krieg und der Krank- heit gemacht.
- Das Leben ist da, um Unsterblichkeit zu lernen.
- Wer nicht feiern kann, kann auch nicht meditieren.
- Ich muss ein "Konsumdepp" und viel angehäuft ha- ben,dass ich erst De-und Entmaterialisierung lernen kann.
- Jede und jeder, der z.B. im Christentum kanonisiert, d.h. heilig gesprochen wird durch Nachweis einer heroischen Tugendtat und aufgrund seiner lichten Charakterseite, hat und hatte auch eine unheilige, dunkle Charakter- seite. Aus diesem Polaritätsgesetz kann keiner heraus- treten.
- Der Reformator Martin Luther hetzte gegen die Juden, Muslime, verbündete sich mit brutalen Fürsten und ver- ursachte indirekt auch den 30-jährigen Krieg mit. Auf der andere Seite gilt er als der grosse Initiator der Refor- mation. Aus diesem Polaritätsgesetz kann keiner heraustreten.
- Das Gesetz des Widerspruchs findet sich auch in histori-schen Dimensionen wieder. Napoleon Bonaparte gilt bspw. als Gigant der Geschichte der als Genie gefeiert wurde (und heute teilweise noch verehrt wird. Einerseits wird er als cäsarischer, rücksichtsloser und selbstherrlicher Feld-herr beschrieben, dem Kriegsführen zur Manie geworden war. Der immer wieder um seines persönlichen Machtlustwillens Völker zugrunde richtete, die Welt rücksichtslos in mörderische Abenteuer riss und zu dem Diplomaten von Metternich die Worte sprach, dass ein Mann wie er auf das Leben von 1 Million Menschen pfeife. Um seinen Willen durchzusetzen ging er buchstäblich in seinen Feldzügen über Leichen(ca. 3,5 Millionen Kriegstote,Quelle Online Spiegel). Andererseits war es derselbe Napoleon als Konsul, der durch Klugheit und Energie herausragende Reformen mit dem " Code civil " im postrevolutionären Frankreich durchsetzte. Er stellte die rechtsstaatliche Ordnung, den Religionsfrie- den und die Freiheitsrechte wieder her. Auch das Gym- nasium, das metrische System, die Hausnummerierung und der Franc als Währung sind ihm zu verdanken. Die Ideen der französischen Revolution " Freiheit, Gleichheit und Brüderlich- keit" befruchteten durch seine Feldzüge und Besatzerzeit ganz Europa. Diese führten aber wie- derum zu den Be- freiungskriegen, welche ihn dann endgültig besiegten*.
* Napoleon hat Chaos in Ordnung und Ordnung wieder in Chaos verwandelt.
- Ein weiteres historisches Beispiel ist Robespierre.Mit seiner Tugenddiktatur hat er viel Unheil angerichtet mit der Absicht Gutes zu tun.Die Vorstellung, dass der Zweck die Mittel heiligt, führte in der Geschichte schon mehrmals in Katastrophen. Er versuchte als asketischer Despot die Tugend mit Terror durchzusetzen und wurde selber dann Opfer des Terrors. Wer nicht selbst das menschliche vollfreudig miterlebt, wird immer unmenschlich gegen die Menschen sein*.
* Maximilien de Robespierre, häufig nur Maximilien Robespierre, auch „der Unbestechliche“ genannt, war ein französischer Rechtsanwalt, Revolutionär und führender Politiker der Jakobiner.
- Wegen seiner Autoritätsverachtung wurde Albert Einstein eine Autorität als theoretischer Physiker.
- Wer den Feind umarmt, macht ihn bewegungsunfähig*.
* Nepalesisches Sprichwort.
- Der Sonnenkönig Ludwig der XIV war der Vater der französischen Revolution.
- Nur solange Karthago als Gegner da war, war Rom stark (Wehrwille).
- Auch Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse war zutiefst Atheist und Materialist, aber seine Lebensleis- tungswahrheit bestand darin, Menschen mit seiner Psychoanalyse zu helfen und dieses entspricht " dem Gebot der christ- lichen Nächstenliebe " als höchste Tugend.
- Fouché ,der vor einem Vierteljahrhundert mit eigener Hand die Kruzifixe auf den Altären zerschlug, kniete später mit gebeugtem, weissem Haar vor den lä- cherlichen Zeichen des Aberglaubens, die er zerschlug *.
* 1.) Joseph Fouché war ein französischer Politiker während der Zeit der Revolution und Polizeiminister im Kaiserreich und in der Restauration).
2.) Aus dem Buch Joseph Fouché: " Bildnis eine politischen Menschen, von Stefan Zweig, österreichischer Schriftsteller.
- Die Grösse des Glaubens sagt der Philosoph Kierkegaard wird kenntlich an der Größe des Unglaubens.Je unglaub- licher etwas ist, desto heftiger kann sich der Glauben bewähren. Auch Glaubensaussagen müssen sich aber der Erkenntnis stellen.
- Dostojewski bildete sein Ideal als schöpferischer Dualist in der Antithese und seine schriftstellerische Grösse und das Erhabene fand er in Schnapszimmern, bei verlump- ten Menschen, bei Tagedieben, im Erbärmlichen und in der Spielbank. Möge ich selbst untergehen, wenn die anderen glücklich sind. Er vernichtet sich als Gegensatz- mensch um den besseren, zukünftigen Menschen auf- erstehen zu lassen*.
*1.) Fjodor Michailowitsch Dostojewski gilt als einer der bedeu- tendsten russischen Schriftsteller.
2.) Die anderen Dichter schaffen ihr Ideal gewöhnlich aus der Steigerung ihrer Persönlichkeit. Indem sie sich selber nachbilden, gereinigt, verklärt, verbessert, erhoben, indem sie den zukünftigen Menschen gewissermassen als den geläuterten Typus ihrer selbst betrachten.
* Aus dem Buch Joseph Fouche: " Dostojewski, die Tragödie seines Lebens "von Stefan Zweig, österreichischer Schriftsteller
- Den Don Quichotte verdanken wir den öden Kerkerjah- ren des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes, die schönsten Blätter des französischen Schriftstellers Stendahl den Jahren seines Exils in Civitavecchia und die göttliche Komödie verdanken wird der Verbannung des italienischen Dichters und Philosophen Dante Alighieri. Die Schöpfer der Gross-Religionen wie Moses, Christus, Mohamed, Buddha mussten alle erst eingehen in das Schweigen der Wüste, in das Nicht-unter-Mensch-sein, ehe sie ihr entscheidenes Wort erheben konnten. Miltons Blindheit, Beethovens Taubheit, das Zuchthaus Dos- tojewskis, die Einschließung Luthers auf der Wartburg, das Exil Dantes und Nietzsches selbstweilige Einbannung
in die eisigen Zonen des Engadins. Alle waren sie gegen den Meinungszeitgeist und wachen Willen des Men- schen*.
* In inhaltlicher Textanlehnung an Stefan Zweig, österreichischer Schriftsteller
Erst die strenge Erziehung und der militärische Drill haben Friedrich Schiller zu einem dichterischen Freiheitskämpfer werden lassen *.
* Die schönsten Träume von Freiheit werden im Kerker geträumt*.
* Friedrich Schiller, Arzt, Philosoph und Historiker
- Die Gesetze dienen meistens nicht dazu Besseres zu entwickeln, sondern nur zur Abwehr des Schlechten.
- Nur wer als Kind wie bspw. Erich Kästner, Schriftsteller unglücklich war und es schwer hatte, kann schöne Kinderbücher schreiben *.
* Emil Erich Kästner war ein deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuch-autor und Kabarettdichter.
- Individualität ist immer Polarisation und nur dadurch wird man erst wahrgenommen.
- Erst in der Schwäche wächst die Kraft.
- Die ersten zwei Drittel des Lebens müssen bspw. total sinnlos sein, damit das letzte Lebensdrittel seinen tieferen Lebenssinn bekommt.Siehe Textfortsetzung in evolutionäre Altjugend
- Der Philosoph Immanuel Kant ist nie aus dem engsten Bannkreis seiner Heimatstadt Königsberg heraus gekom- men, aber er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der abendländischen Philosophie und sein Geist erleuchtete und umspannte die ganze Welt.
- In der Not werden die schönsten Dinge geboren z.B. " Das ewige Lied Stille Nacht, Heilige Nacht " wurde nur ge- textet und komponiert, weil die Kirchenorgel defekt war.
- Wer im Leben zu nichts nutze war, wird am Ende seines Lebens allen nützen.
- Es ist das Nobeldilemma in allem. Der Friedens- nobelpreis wird an den und die verliehen, die sich für den Frieden einsetzen und seine Erfindung (Dynamit) nicht andere gegen (als Waffe) anwen-den.
- Aus Blei Gold machen“ war das grosse Ziel eines Alche- misten und ist eine Metapher für einen inneren Entwick- lungs-Tranzendierungs-Prozess-Vorgang, mit dem wir aus etwas scheinbar " Negativem " (Blei, als eine belastende Situation bspw. eine Berufskrise, Krankheit, Geldmangel oder was auch immer) etwas potentiell Positives als Wachstumsmittel kreieren können. Wenn es mich weiter gebracht hat war es ein Segen und ich bin im Nachhinein für dieses (gelöste) Problem dankbar.
- Die Nichtwahrheit, das Krumme, der Schmerz, das Un- voll kommene, der Irrtum und die letzte Verzweiflung führen erst zur Wahrheit. Der Widerspruch und die Nie- derlage sind der Maßstab für die Wahrheit. Diese wird erreicht, dass sich die innere Wahrheit dialektisch nach den notwendigen Gesetzen entfaltet, indem die Wider- sprüche bewusst ergriffen und zu einer dialektischen Synthese zum Ganzen durch Transzendierung gebracht werden, wo sie entsprungen sind. Der Widerspruch wirkt entwicklungstranszendierend und führt zur Lebens- übereinstimmung als Lösung. Es ist der Weg von der Zwei- heit zur Einheit und es gilt den Spannungszustand zwischen der Realität zur (gesunden) Idealität auszu- halten. Je grösser die Polarität als Spannungszustand, desto grösser und erhabener wird das Werk und besser der neue Lebenszustand *.
* 1.) Entwicklungs-Irrtums-Lernen ist vom Irrtum zur Wahrheit reifen
und zu seinen Lebensirrtümern, weil lebenszugehörig diese einzu-
gestehen. " Das Leben bekommt immer Schrammen" und für die Lebensunerfahrenheit der Jugend und meiner " Sturm- und Drangzeit " habe ich in der Regel auch auf " das Konto Lehrgeld " eingezahlt. Im Nachhinein ist jeder " im Stillen" für den Irrtum dankbar, weil dieser entwicklungsmässig wegweisend war förderlicher war, als wenn er
diesen Fehler nie gemacht hätte. Unbestritten gilt, wenn ein Mensch
jetzt gut ist, ist er so gut, als wenn er nie einen Fehler gemacht hätte.
Zu dieser Lebensgrundwahrheit in Zweifelsfällen (auch wenn höchst unangenehm) stehen ist entwappnend und weil ich in der Wahrheit
stehe, bin ich " kugelfest " und brauche nie vor Irrtumsfolgen Angst
zu haben. Alles andere um mich herum ist dann nur Lärm und kann
mir gleichgültig sein.
2.) Bildungs-Kultur-Lernen ist statisch (lernabgeschlossen) und will vor Irrtum bewahren. Der Irrtum ist eigentlich nicht vorgesehen. Die intellektuelle Konstitution und die Logik der Erkenntnisweisen ken-
nen nur die intellektuelle Richtigkeit. Sie will vor Irrtum schützen, weil Irrtum " falsche und dumme Wege sind " als Unfreiheit der Patronisierung und Recht behalten. Entwicklungs-Kultur-Lernen dagegen ist dynamisch (lernoffen) und der Irrtum gilt als unvorseh- bares, notwendiges Lebenswegkorrektiv. Der Irrtum ist von der Entwicklungszielursache zu verstehen und kann nur durch den Irr-
tum selbst aufgeklärt werden. Ein neuer Irrtum ist mir lieber als alle Bildungsgewissheit als vermeintliche Sicherheit und nicht jeder Irrtum ist gleich Ketzerei. Es gilt die Angst zu irren als der grösste Irrtum. Es ist die Freiheit zu haben Irrtümer zu begehen und sich " empor zu irren.
3.) Individualisierte Entwicklungswahrheiten sind immer nur Irrtums-
wahrheiten. Der Weg des Irrtums ist auch der Weg der Wahrheits-
suche. Der Irrtum kann nur durch den Irrtum geheilt werden. Irr- tümer sind letztes Endes billiger als diese um jeden Preis vermei den wollen. Durch Worte erziehen wird zu einer Erziehung durch den Lebensreife-Schmerz-Erfahrungs-Druck, was allmählich zu einem befreiten Leben durch die Entwicklungs-Prozess-Transzendierung wird.
4.) Beim Bildungs-Kultur-Lernen wird von der Erfahrung geredet zu Unerfahrenen, um diese vor Irrtum zu bewahren und wohlmeinend
vor den Folgen schmerzhafter, teurer Erfahrungen zu schützen (rhe- torische Erfahrungen anderer nach der Pädagogenweisheit: " Nur
der Dumme lernt aus Erfahrung, der Kluge aus der Erfahrung ande-
rer "). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen wird nur von der Erfahrung geredet zu Erfahrenen. Es wird ausdrücklich gewünscht notwendige, Individual-Entwicklungs-Erfahrungen selber zu machen und wenn durch diese hindurch gegangen, ein Teil der Erfahrung geworden ist und auch über diese hinauswachsen kann. Nur wer (Erlebnis)erfah- rungen macht, ent wickelt sich auch.
- Der französische Philosoph Petrus Abaelardus setzt an die Stelle des Charakters mit seinen Tugenden und Untugenden den Willen Gottes (Friede/Unfrieden). Das höchste Gut erreicht der Mensch nicht durch moralische und gesetzliche Belehrung, einem tugendhaften Leben, sondern Unabhängigkeit von der Tugendhaftigkeit, weil ein tugendhaftes Leben " ein Kampf gegen die Wind- mühlen " bleibt. Lebensentwürfe, welche auf der Tugend aufbauen haben keine Verankerung. Es geht es nur um die Befolgung des Entwicklungs-Individualisierungs-Gewissens, religiös betrachtet als " Wille Gottes" ge- nannt wird und der sich im Frieden/Ruhe oder Unfrieden/Unruhe als Lebensempfin-dungsausdruck äussert und dadurch alles erreicht wird. Dieses steht im Meinungs- gegensatz von Martin Luther (Theologe) und Thomas von Aquin (Philosoph und Theologe), welche die die Tugend neu entdeckten.
- Joseph Fouche der einmal an der Spitze des Staates stehen wird, weiss nicht nur von welchem Gelde er am nächsten Tage den Kindern die Milch zu kaufen und wie er seine erbärmliche Miete zahlten soll (Er hinterließ seinen Kindern ein für damalige Zeit gewaltiges Ver- mögen von 14 Millionen Francs).Er hat es erreicht nie- mals Träger sichtbarer Macht zu sein und doch gänzlich sie in der Hand zu haben, alle Fäden zu ziehen und niemals als verantwortlich zu gelten. Ihm genügte nicht die Macht, sondern das Bewusstsein der Macht. Das Geheimnis der Sphinx ist das Schweigen,was Fouche jahrelang als Klosterschüler gelernt hat. Der Mystiker weiß, dass er alles vom Geiste her steuert*.
* Joseph Fouché war ein französischer Politiker während der Zeit der Revolution und Polizeiminister im Kaiserreich und in der Restaura- tion. 1809 wurde er zum duc d’Otrante ernannt.
- Nicht mehr nur alleine durch die Offenbarung, sondern auch durch den Verstand ist die göttliche Wahrheit erkennen (Thomas von Aquin).Die christlichen Grund- sätze erweisen sich als vernünftig, die natürlichen von der Vernunft gefundenen Gesetze als göttlich, während Augustinus von unmittelbarer Selbsterkenntnis ausgeht*.
* Siehe Textfortsetzung in Christentum-frueher-und-heute
- Es gab Kriegszeiten, wo die die Kirchenglocken zu Kano- nenkugeln eingeschmolzen wurden.
- Alle bisherigen Philosophen haben bisher für ihre Lehre den Anspruch auf Allgemeinheit erhoben und doch lehrt die gesamte Geschichte der Philosophie, dass es nur Einzel- philosophen gibt und geben kann.
- Der Philosoph Friedrich Nietzche wurde von den Anhän- gern als Heiliger verehrt und von den Antagonisten als ein irrationaler Spinner und Zertrümmerer christlicher abendländischer Werte.
- Wenn aus einer " Hure erst eine Heilige " wird, wenn aus einem " Spieler ein Grosser " wird, dann ist jeder noch so verruchte, unmoralische, sogar illegale Weg, wenn er zur Heiligung führt legitim richtiger Weg. An das Gute im Menschen zu glauben ist eine Tugend, aber an das Böse im Menschen zu Glauben frei nach dem Motto " auf böse Men- schen ist Verlass, sie ändern sich nicht " ist eine Torheit. Nur wer sich entfaltet, bewirkt Gutes oder Entwicklungs-Individualisierung nicht zu tun ist schlim- mer, als etwas schlechtes zu tun.
- Beispielhaft gilt auch die Biografie Vincent van Gogh. Sein Malerleben beginnt im dunklen Nuenen/ Holland und endete im hellsten Licht der Provence in Arles. Es ist der selbstehrliche, selbstquälerische, lebensdialektische Entwicklungs-Malersuchweg vom Dunkel der bleieren Gotikschwere zum hellsten Licht der Gotik und diese Lichtvermittlung ist in den jeweiligen Schaffensphasen der besondere Ausdruck seines künstlerischen OEuvre.
- Jede übertriebene Körperanstrengung bindet den Geist, die übertriebene Anstrengung des Geistes den Körper. Jede Anstrengung in der einen Richtung wirkt sich kontraproduktiv in der anderen Richtung aus. Deshalb sind einseitige Handarbeiten und einseitige geistige Arbeiten etwas Grundverkehrtes.
- Der Diktator und der Despot sind unansprechbar und unverhandelbar geworden, weil sie die Basis der mensch- lichen Vernunft verlassen haben.Er empfindet sich nicht selbst als Veranlasser und Verursacher eines verbreche- rischen Schicksals was er verhängt, sondern er sieht sich selbst nur das Werkzeug der Vorhersehung, was sein Überzeugungsbewusstsein ihm zum glauben suggeriert. Deshalb ist er resistent für jegliche vernünftige, mensch- liche Argumente.Das würde seiner Bestimmung wider- sprechen.
- "Der Asket macht aus der Tugend eine Not (Friedrich Niet zsche) "zu der Entwicklungsasket macht aus der Not eine Tugend ".Benutzt man weiter seine Terminologie um die Gegensätze zu bezeichnen, so stehen sich der dionysi- sche und apollinarische Geist gegenüber*.
* Apollinisch-dionysisch ist ein bipolares, philosophisches Begriffs- paar, welches zwei gegensätzliche Charakterzüge des Menschen beschreibt und sich dazu der Eigenschaften bedient, die den grie- chischen Göttern Apollon und Dionysos zugeschrieben werden. Hierbei steht apollinisch für Form und Ordnung und dionysisch für Rauschhaftigkeit und einen alle Formen sprengenden Schöp- fungsdrang.
- Schon der Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel wusste, dass mit der Leugnung des Bösen das ganze Christentum abgetan ist. Das Böse dient bei der Über- windung dem Guten und ist die andere Seite des Guten. Das Leben muss dazwischen liegen als die Auseinandersetzungs-Reifemasse für das Bessere. Alle scheinbaren Gegensatzpaare sind Illusionen von Polarität, die automatisch aus einer Denk- position erwachsen, um den Umkehrprozess einzuleiten. Der Lebenswiderspruch ist die sich vollendende Wahrheit. Polaritäten stehen immer unter dem Gesetz der wechsel- seitigen Beeinflussung und der Angleichung, die auf Syn- these und einen Ausgleich zutreiben und der Ausgleich als selbstorganisierender Entwicklungsprozess zwangs- läufig erfolgt und den Dualismus überwindet. Nicht die passive Ruhe, sondern die Suchbewegung ist der natür- liche Zustand eines jeden Körper.
- Entwicklungslernen ist vom moralisch Bösen zum Guten" und meistens nur oft negative, lebenswidersprüchliche Lerneinflüsse.Natürlich gibt es kein geistliches Leben ohne Moral.Aber die Moral folgt der geistlichen Erfah- rung und nicht umgekehrt. Es gibt kein anderes Denken, als solches in Gegensätzen. Diese bilden die Maßbegriffe mit derer wir die gegebene Wirklichkeit bestimmen. Mit jedem richtigen Lernen ist das Unrichtige gegeben und mit jeder Unwahrheit auch die Wahrheit. Es ist die Wahr- heit, welche im Abgrund wohnt. Wenn ich daraus lernen kann, entfallen die zweiwertigen, moralischen "Gut-Böse Normen"
* 1.) Die Wertepädagogik hat dieses erkannt, dass die moralischen Tugenden durch Erziehung und Bildung nur kenntnismässig und ohne innere Verankerung erlangt werden können. Was in einem an unmo-
ralischen Trieben und Charakterschwächen entwicklungs genetisch als Individuallogos bedingt ist, ist durch Moralpredigten und durch Bildungsworte nicht zu zähmen.
2.) Moral Es ist seltsam,dass das Böse nicht aus eigenem Recht exis- iert.Es gibt nicht den Dualismus zwischen" Gut und Böse", indem sich beide gleichberechtigt gegenüber stehen, sondern das Böse (Teufel) ist eingeordnet in die Schöpfungsordnung und ein Teil ihrer selbst und hat seine Aufgabe im Widerspruchs-Gesetz des Lebens seine Aufgabe zu erfüllen.
- Beim Bildungs-Kultur-Lernen werden dem Lernenden Weisheiten, Werte, Tugenden und Erkenntnisse des Bildungs- und Kulturgutes vermittelt, um wissender zu werden. Es ist die bequeme Wahrheit, die in der Be- lehrung und in den Appellen der Lehrer, Eltern und Politiker zu finden ist ( Es ist leicht die Wahrheit zu wissen, aber schwer in der Wahrheit zu leben). Beim Entwicklungs-Kultur-Lernen beginnt der Lernende diese gelernten Weisheiten auf ihren Wahrheitsgehalt in der eigenen Lebenserfahrung zu prüfen, bevor er sie zu eigen gemacht, um weiser zu werden. Wenn die allgemeine Wahrheit zur Schulweisheit wird, ist sie für die Entwick- lung nicht mehr brauchbar. Die Wahrheit, die z.B. nur in der Literatur oder Ethikunterricht gesucht, aber nicht im Leben angewendet wird, bleibt bedeutungslos. Wer zu einer Wahrheitserkenntnis gelangt, muss alles war er über Wahrheit weiss, erst einmal vergessen. Über die Wahrheit informiert man sich nicht, sondern sie ge- schieht. Die unmittelbare und selbst erfahrene Wahrheit hat eine höhere Autorität, als die vermittelte Wahrheit. Siehe Textfortsetzung in Wahrheitsindividuation
- Ein weiteres Beispiel, wo der Lebenswiderspruch gegeben ist, sind die vielen, grossen Denker und Dichter wie Goethe und Schiller, aber auch Dante Alighieri, Shakes- peare und viele andere als " Entwicklungsvorbilder sind " nicht mehr nachahmungsgemäss. Ihre Zeit ist zeitlich und geistig vorbei. Ihre dichterische Wertesignatur ist nicht mehr imstande, lebensnah das zu sagen, was gesagt werden muss und hat keinen lebenspraktischen Bezug zum Berufs- und Lebensalltag des Einzelnen. Darüber hinaus werden diese Klassiker einseitig ver- mittelt. Zu einer gesunden Persönlichkeit gehört nicht nur die geistige helle, sondern auch die kör- perliche, dunkle Seite der Lebensfreude, die Versöhnung von Geist und Sinnlichkeit. Deshalb ist unter Umständen in einer Biografie eine grössere Lese- und Lernidentifikation gegeben als in einem geistigen Werk, weil dort auch die polare, notwendige, dunkle Lebensseite mitgegeben ist. Durch Literatur, Dichtung, Kunst, klassische Musik oder auch religiöse Sozialisierung werden einfach keine zün- denden Werte mehr vermittelt. Die indirekten, abstrak- ten, philoso-phischen, wissenschaftlichen, theologischen, pädagogischen Fach- und Idealbegriffe sind für die All- tagslebensbewältigung und das individuelle Entwick- lungs geschehen ungeeignet. Es muss durch die direkte Sprache des Lebens, welche die Konkretheit, das Be- drückende, das Notwendige und besonders den indivi- duellen Reifegrad und die Entwicklungs-Individualisie-rungs-Bringschuld der Entwicklungslosigkeit erfasst, gesagt werden. Der allgemeine, klassische Bildungsgeist interessiert, bewegt und begeistert nicht mehr, sondern es sind die individuellen, zeitgeistigen Entwicklungs- wahrheiten, welche jeden Einzelnen bewegen und begeistern, weil es eben nur den Einzelnen persönlich betrifft.
- Das Lerninteresse für die Wissensgüter wirkt nur bil- dend. Es gibt aber kein anderes analytisches Denken als in Gegen- sätzen. Diese bilden die Maßbegriffe, mit derer wir die gegebene Wirklichkeit bestimmen. Es fehlt dem Bildungs- lernen der entgegen gesetzte Erziehungspol. Gleich und gleich sind nicht erzieherisch. Die Eigenkräfte verkümmern ohne Widerstandserlebnis. Entwicklung geschieht aber nur gegen und nicht mit etwas. Der Ge- genpol ist aber notwendig für die Erzeugung der Entwick- lungs-Transzendierungs-Überwindungs-Spannkraft.
- Ein weiteres Beispiel für die Widerspruchslogik als Illogik des Lebens ist die Tatsache, dass oft die ersten beiden Lebensdrittel oft Chaos herrschte, mit scheinbar sinnlosen, banalen und wertlosen Tätigkeiten aus existentiellen Gründen die Zeit vergeudet wurde( als Reifeinkubations- zeit), aber im letzten Lebensdrittel eine unsterbliche, über den Tod hinaus bleibende Leistung geschaffen wurde und wird. Das Leben muss oft (fast) erst scheitern, wenn es gelingen soll*.
* Auch wenn bspw. das Leben vieler Genies und Künstler von kurzer Dauer war (z.B. Vincent van Gogh (37),Mozart (35), Elvis Presley (42), Amy Winehouse (37), haben diese in ihrem Leben Sinnspuren hinterlassen oder sogar zeitloses und Bleibendes geschaffen. Aber auch gibt es viele Beispiele, wo die Lebenssinnleistung erst im hohen Alter geschaffen wurde (Georg Bernard Shaw 94 Jahre, Immanuel Kant 80 Jahre oder einfach nur " Lis Kirkby hat ihren " Doktor " im zarten Alter von 92 Jahren gemacht ").
- Wenn eine Kraft (z.B. Arbeitgeber) zu stark wird, sich eine Widerstandsgegenkraft (z.B. Gewerkschaften) automatisch bildet und Druck auf den Gegenpol ausübt *
* 1.) Siehe auch Wandlung der Arbeits-und Berufswelt
2.) Siehe auch Vom statischen Berufs-Bildungs-Lebenslauf zum dyna- mischen Entwicklungs-Individualisierungs-Lebenslauf
3.) Siehe auch Vom Beruf zur Berufung
- Die Grundgefühle Glück und Leid und Urkräfte der Seele als die beiden Pole des menschlichen Lebens überhaupt, ist die Formel, mit der die ganze Entwicklungsgeschichte eines Menschen gedacht werden und das ganze Leben universell abgeleitet werden kann. Zwischen ihnen fin- det alles Platz, was jemals geschaffen worden ist. Letztes Endes weist alles auf dieses einen grossen Gegensatz zurück ,der in der Natur des Menschen begründet liegt. Es ist die Ehrfurcht vor dem Gesetzlichen. In der mensch- lichen Kultur wechseln die griechischen und die goti- schen Formenwelten miteinander ab, sie bestimmen, beeinflussen und durchdringen sich gegenseitig und wirken im ewigen Wechselspiel gegeneinander *.
* In Anlehnung an Karl Scheffler, deutscher Kunstkritiker und Publizist.
- Nach dem alten Kunstgesetz soll Harmonie, die sich aus dem disharmonischen Widerspruch heraus bildet, höher zu schätzen sein, als solche, die sich aus der Harmonie selbst entwickelt.Wie alle bedeutenden Leistungen des mensch- lichen Geistes sind auch die großen Kunstwerke Produkt eines dialektischen Prozesses. Gäbe es die Polarität nicht, gäbe es auch keine Entwicklung, weil nur Widerspruch als Polarität der Entwicklungsspannungs- zustand entsteht. Im Lebenswiderstand liegt die Quelle und Triebkraft aller Entwicklung und dieser ist komple- mentär lebenszugehörig und passen zusammen wie der Schlüssel zum Schlüsselloch. Ein grosses Kunstwerk ent- steht aus dieser Wechselwirkung. Es ist im wesentlichen Kritik an seinem Vorbildes und seiner Quelle. Je bedeu- tender der Künstler umso, ausgesprochener werden in seinem Werk zerstörerische Tendenzen gegen-über dem Einfluss hervortreten, an dem es sich entzündet hat.
- Bisher haben überwiegend nur "böse Menschen" die Welt aus den Angeln gehoben".Weil das Gesetz des Lebens der Widerspruch ist werden immer mehr "entwicklungsgute Menschen" die Welt aus den Angeln heben und verän- dern.
Siehe Beispielfortsetzung Nr.1754 in
"Lebenslanges (Entwicklungs-Friedens) Lernen"
in Kulturlernen-42